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Kompostflächen

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Flächenkompostierung und Mulchen

Eine Besonderheit der Verwertung organischer Abfälle stellt die Flächenkompostierung und das Mulchen dar.
Sie gehen an Ort und Stelle vor sich, dass heißt, dort wo die abgestorbenen Pflanzenteile anfallen, werden sie ohne langen Weg zum Komposthaufen direkt auf dem Boden verteilt.
Das ist bei großen Flächen besonders arbeitssparend, da auch das Wiederaufbringen der fertigen Komposterde auf die Beete entfällt.
Bei der Flächenkompostierung wird das Material leicht untergearbeitet, während es beim Mulchen auf der Bodenoberfläche liegen bleibt.

Es eignen sich zahlreiche Abfallarten, wie z. B. Blätter, Gemüsereste, Grasschnitt, zerkleinerte Staudenabfälle, Wildkräuter ohne Samenbildung, und Stroh. Je vielfältiger das Material ist, desto nährstoffreicher wird die Kompostschicht.
Sehr holzige Staudenabfälle sollten nur kleingeschnitten/kleingehäckselt aufgebracht werden, da bei einer Bedeckung von 3-5 cm keine Wärmeentwicklung wie in einem Komposthaufen entsteht und deshalb die Verrottung langsamer vor sich geht.
In dieser feuchten und kühlen Umwelt gedeihen die Kleinstlebewesen und Regenwürmer, die für die Umwandlung von Kompostmaterial in Humus notwendig sind.

flaechenkompost

Je mehr Kleinstlebewesen im Boden sind, umso schneller zersetzt sich die aufgebrachte Bodendecke und versorgt die Pflanzen mit Mineralstoffen.
Das Mulchverfahren erfüllt neben der Düngung und Belebung des Bodens eine weitere wichtige Aufgabe, den Schutz der obersten Bodenschicht.
Durch eine ständige Bodenbedeckung, ähnlich wie in einem Mischwald, wird der Boden vor Auswaschungen bei starken Regengüssen, vor Wind und Austrocknung durch die Sonne geschützt.
Unter dieser Bedeckung bleibt der Boden feucht und krümelig. Auf Gemüsebeeten eignet sich das Mulchverfahren besonders gut.
Zu beachten ist jedoch, dass das Mulchen niemals schematisch anzuwenden ist. Mulch hält den Boden feucht und damit kühl.
Pflanzen wie Tomaten und Gurken mögen aber lieber wärmeren Boden, das muss in unserer nördlichen Region beachtet werden, d. h. Mulch ist hier falsch.
Möhren, Salat und alle Kohlarten, die in wärmeren Gegenden angebaut werden, aber gerne feucht und kühl stehen, werden für eine Mulchdecke dankbar sein.

Nach der Pflanzung wird der Boden zwischen den Gemüsereihen mit den verschiedenen organischen Abfällen abgedeckt.
Auf diese Weise wird der Boden nicht nur gedüngt, sondern es werden auch die lästigen Wildkräuter unterdrückt.

Vorsichtig sollte gehäckselte Nadelholzrinde als Mulchmaterial verwendet werden, da sie Säure enthält, die viele Pflanzen nicht vertragen.
Nadelholzrinde nur dort einsetzen, wo Wildkräuter gezielt unterdrückt werden sollen.

Baumscheibenkompostierung im Obstanbau

Dazu zieht man um den Baumstamm einen Kreis von etwa 3 m Durchmesser, hebt die evt. vorhandene Grasnarbe vorsichtig ab, ohne die dicht unter der Bodendecke liegenden Baumwurzeln zu zerstören.

Dann füllt man das Material, wie zerkleinerte Stauden, Gemüse- und Obstabfälle, Laub, angewelkter Rasenschnitt und ähnliches um den Baumstamm herum, wobei die Schicht nicht höher als 15 cm sein sollte, da sich sonst am Stamm zuviel Wärme entwickelt, die den Baum gefährdet.

Um den Rotteprozess zu beschleunigen wirft man ein paar Schaufeln fertige Komposterde zwischen die Abfälle.

Die Regenwürmer werden sich bald von selbst einstellen.

Nun muss darauf geachtet werden, dass die Kompostschicht bzw. das Regenwurmfutter ständig nachgefüllt wird.

Ein so gepflegter Obstbaum ist mit Nährstoffen reich versorgt und im Wurzelbereich durch die Regenwürmer tiefgründig gelockert und belüftet.

Auch im Ziergarten kann das Mulchen angewendet werden.
Unter den immergrünen Ziersträuchern und im Staudenbeet wird die Kompostdecke ausgebreitet, die dann die Pflanzen mit Nährstoffen versorgt und die erforderliche Bewässerung einschränkt. Damit es bei stickstoffarmen Mulchmaterial, z. B. Stroh, nicht zu Mangelerscheinungen an den Pflanzen kommt, sollten stickstoffhaltige Dünger wie Rizinus, Hornmehl oder Guano (Vogelkot) zugegeben werden.

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 02. Dezember 2010 um 15:47 Uhr