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Kompostnutzung

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Rohkompost

Kompost kann zu allen Pflanzen, die man im Garten anpflanzen will oder schon angepflanzt hat, in beliebiger Menge zugegeben werden, wenn man einige Regeln beachtet.

Kompost entsteht nicht über Nacht, sondern ist das Ergebnis eines relativ langsamen Abbau- und Aufbauvorganges.
Es dauert ca. 3 - 4 Monate, bis sich die auf den Komposthaufen gegebenen verschiedenen Stoffe soweit verändert haben, dass man sie im Garten verwenden kann.
Nach diesen 3 - 4 Monaten sind die meisten Abfälle so weit von den Bodenlebewesen "vorverdaut", dass man diese schon als eine Art Mulchmaterial auf die Beete geben kann.
Die Verwendung von Rohkompostmaterial im Garten hat nur dann Erfolg, wenn gleichzeitig eine kleine menge Stickstoff in Form eines, organischen Düngers, z. B. Hornmehl zugegeben wird.
Dabei rechnet man als Faustregel für eine normale Gartenkarre Rohkompost ca. 500 g Hornmehl.

Rohkompost ist ganz hervorragend geeignet, um Bodenverdichtungen zu beheben.
In Schutze des den Boden bedeckenden groben Materials, in dem noch die Struktur des Ausgangsmaterials zu erkennen ist, kommt es zu einer starken Regenwurmtätigkeit.

Es vermehrt sich nicht nur der Kompost- oder Mistwurm, sondern unter einer solchen Schutzdecke entwickelt sich auch der große Regenwurm.
Er vermehrt sich wesentlich langsamer als der Mistwurm, lebt dafür aber auch in tieferen Bodenschichten, die er intensiv durchwühlt und wo er gewissermaßen das Unterste zu Oberst kehrt.
Die dabei entstehenden, meterlangen Röhren leiten nun nicht nur Stauwasser besser ab, sondern fördern den Luftaustausch im Boden, schaffen damit wiederum gute Lebensbedingungen für zahlreiche Bodenbewohner und sind dadurch erfolgreich an der Beseitigung der Bodenverdichtung beteiligt.

Alte Apfelbäume, die nicht mehr so recht tragen wollen, reagieren auf eine Schicht von ca. 5 cm Rohkompost auf der Baumscheibe ausgesprochen positiv.
Auch alte Hecken aus Liguster, Lebensbaum, Weißbuche oder einer Mischung der verschiedensten sonstigen Heckenpflanzen wie z. B. Berberitzen, Schlehe, Weißdorn, Rotdorn, Haselnuss, Flieder, Jasmin und Rhododendron mögen gerne etwas von diesem Rohkompost.

Auch andere Pflanzen, wie z. B. Clematis, Geißblatt oder der Goldregen, der Efeu, die Rosen und auch bodendeckende Pflanzen wie z. B. das Immergrün, sind für einige Schaufeln Rohkompost, den man breitwürfig auf der Fläche verteilt, sehr dankbar.

Fertiger Kompost

Außer dem Rohkompost gibt es den fertigen Kompost, der abgesiebt wird und dem damit alle sperrigen und groben Bestandteile fehlen.
Das ist die fertige nach Walderde riechende Komposterde.
Sie wird anders angewendet als der Rohkompost.
Komposterde hat düngende Wirkung!
Sie enthält, je nach dem Ausgangsmaterial, aus dem sie entstanden ist, 2 - 3% Stickstoff, 2 - 3 % Phosphor und sogar 1 - 3% Kali.
Aus diesen Zahlen wird deutlich, dass Komposterde auf keinen Fall verwendet werden darf, um etwas hineinzusäen.

Wenn Sämereien aller Art mit Erfolg zu lebensfähigen Pflanzen werden sollen, muss Sand mit wenig Komposterde als Saatbett verwendet werden.
Größere Mengen an Komposterde sind erst dann zu verwenden, wenn die Samen aufgegangen sind und sich die Wurzeln gebildet haben.
Bei dem sich anschließenden Vorgang des Pikierens (Vereinzeln) mischt man die Komposterde zur Hälfte mit Sand und setzt die kleinen Pflanzen dort hinein.
Erst wenn sich die Pflanzen so weit entwickelt haben, dass sie einen eigenen Topf bekommen, kann man die Komposterde ohne jeden Zusatz verwenden.
Ein zusätzlicher Dünger ist nicht erwünscht, da es sonst zu einer Überdüngung kommen kann.

Diese reine Komposterde verwendet man viel sparsamer als den Rohkompost.

Im Herbst kann Fertigkompost in einer ganz dünnen Schicht auf den Rasen gestreut werden.
Auch die Gemüsebeete erhalten diese Komposterde, allerdings am besten im zeitigen Frühjahr, wenn das Wachstum beginnt.

Junge Gemüsepflanzen erhalten auf die Beetoberfläche reichlich Komposterde, die ganz leicht in den Boden einzuharken ist.
Niemals darf Kompost, gleich welcher Art, untergegraben werden.

Bei der Balkonkastenbepflanzung vermischt man die Hälfte der alten Erde mit frischer Komposterde.

Beim Umtopfen von Zimmerpflanzen kann etwas Komposterde der Blumenerde zugemischt werden.
Bei Neupflanzungen von Bäumen und Sträuchern aller Art gibt man ebenfalls Komposterde in einer Schicht von 1 - 2 cm auf den Boden und harkt alles gut ein.

Die im Herbst mit Rohkompost bedeckten Baumscheiben erhalten nun im Frühjahr nochmals Komposterde und alle Beerensträucher wie Johannisbeeren, Brombeeren, Stachelbeeren, sowie das Spalierobst und die Immergrünen (Koniferen) werden mit dem feinen Kompost gedüngt.
Das Düngen kann im Abstand von 4 Wochen das ganze Jahr über erfolgen, wobei man auch den Staudenpflanzen etwas Komposterde zukommen lassen sollte, allerdings nur 1 - 2 - mal in der Vegetationszeit, da die Stauden sonst zu sehr wachsen und anfällig gegen Krankheiten werden.

Schließlich sollte man einige Handvoll feiner Komposterde in die Anlage eines neuen Komposthaufens streuen. Dadurch wird der neue „Abfall" gleich mit Milliarden von Lebewesen „geimpft", so dass sich der Zukauf von Kompoststartern erübrigt.

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 24. November 2010 um 15:57 Uhr